Mein Jahrespraktikum beim Finanzamt Wittmund

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In diesem Artikel berichte ich über mein Jahrespraktikum beim Finanzamt in Wittmund. Im Zeitraum vom 31. August 2020 bis zum 1. Juli 2021 erlebe ich hier den Alltag eines Finanzwirtes und eines Dipl. Finanzwirtes.

Starten wir damit, wie ich auf das Finanzamt gekommen bin. In meinem Bekanntenkreis habe ich nie Positives über das Finanzamt gehört. Sie würden Geld wegnehmen und seien sehr mächtig. Doch was ist dieses Finanzamt? Es klang für mich eher langweilig und trocken. So einen ganzen Tag nur im Büro? Ich glaube das wäre nichts für mich, schließlich bin ich noch jung und möchte neue, spannende Erfahrungen sammeln.

Doch meine Familie bestand damals darauf, wenigstens ein zweiwöchiges Schulpraktikum zu machen. „Na gut…“, dachte ich mir. So begann ich während meiner Realschulzeit mein Praktikum beim Finanzamt. Nach nur 3 Tagen kam ich nach Hause und sagte: „Mama, da möchte ich die nächsten 50 Jahre arbeiten!“ Alle ersten Eindrücke, Aufgaben und vor allem die netten Kolleginnen und Kollegen waren der Grund dafür. Als ich mich Anfang 2020 dazu entschied, die Fachoberschule im Bereich Wirtschaft zu starten war für mich klar, dass ich das Jahrespraktikum unbedingt beim Finanzamt absolvieren möchte. Da ich nach einem Vorstellungsgespräch direkt angenommen wurde, startete ich mit Freude in die 11. Klasse. Am 31.08.2020 begann ich im Finanzamt in Wittmund. Bisher bin ich in meinem Jahrespraktikum bereits viele Abteilungen durchgegangen.

Angefangen bin ich in der Zentrale. Hier kommen die Post, die Anrufe und der Publikumsverkehr an. Dort wurde mir der Umgang mit der Telefonanlage sowie der Umgang mit dem Schriftverkehr erklärt. Nach einer Einarbeitungsphase nahm ich die Post entgegen, stempelte sie mit dem täglichen Eingangsstempel und gab sie meinem Arbeitskollegen, der die Post sortierte und im Amt verteilte. Parallel dazu nahm ich Telefongespräche entgegen, die in der Zentrale ankamen. In den ersten Wochen gab es auch viel Publikumsverkehr, der dann aber wegen der Corona-Pandemie untersagt wurde. Auch nach meiner Zeit in der Zentrale wurde ich noch häufig als Vertretung aufgrund verhinderter Kollegen eingesetzt.

Danach ging es für mich in die Grundbesitzstelle. In dieser Dienststelle hat man mit allem zu tun, was mit dem Grund und Boden in Verbindung steht. Das heißt es werden die Steuern festgesetzt, die entstehen, wenn man: ein Grundstück, Land, Gebäude oder Sonstiges kauft, bebaut, verschenkt oder erbt. Für jedes Grundstück oder Gebäude wird eine Akte angelegt. In ihnen kann man jederzeit den Verlauf bzw. die Veränderung nachvollziehen. Das sind also ganz schön viele Akten. Während meiner Zeit habe ich die täglich anfallenden Aufgaben wie z.B. das Anschreiben an die Steuerpflichtigen sowie das Zusenden der Formulare erledigt. Diese mussten somit unter anderem nach ihrer Bebauung mitteilen, was genau sie dort bebaut haben. Meine Kollegen mussten dann feststellen und festsetzen, wie sich der Wert des Objektes verändert hat. Die Aufgaben waren vielfältig, da nicht nur normale Arbeitnehmer*innen sondern auch Landwirte und Firmen Auskünfte erteilen mussten.

Nach dieser Zeit ging ich in die Erhebungsstelle. Alles, was mit Zahlungsverkehr in Verbindung steht, wird von diesen Sachbearbeiter*innen geprüft. Dies sorgt für eine schnellere Bearbeitung zugunsten des Steuerzahlers. Die weiteren Aufgaben der Erhebungsstelle sind z.B. die Bearbeitung von Stundungs- und Erlassanträgen, die Durchführung des Mahnverkehrs und das Fertigen von Abrechnungsbescheiden. Hier lernte ich durch meine netten Kolleg*innen auch kennen, wie z.B. eine Kontopfändung funktioniert. Dies passiert, wenn die Steuerzahler*innen ihre Steuern nicht zahlen. Es wird den sogenannten Steuerschuldnern ein Mahnschreiben zugesendet, was so viel heißt wie : „Jetzt zahlen Sie bitte, sonst leiten wir weitere Konsequenzen ein“. Falls diese Mahnungen schriftlich und am Telefon nicht ernst genommen werden, greifen die Sachbearbeiter*innen ein und pfänden als erstes das Konto des Steuerschuldners/ der Steuerschuldnerin. Dies geht über Computerprogramme und war auch für mich als Jahrespraktikant leicht zu bewältigen.

Aktuell befinde ich mich in der sogenannten VVSt. (Veranlagungsverwaltungsstelle). Hier werden Steuerpflichtige geführt, die unter anderem Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten haben. Sobald diese Beteiligungen oder andere Einkommensquellen haben, kommen die Steuererklärungen an und werden hier bearbeitet. Außerdem werden kleinere bis größere Gesellschaften und Gemeinschaften veranlagt.

Meine Erwartungen wurden jetzt schon übertroffen. Ich hätte nicht gedacht, so gut im Finanzamt aufgenommen zu werden. Ich komme mit allen Kolleginnen und Kollegen sehr gut zurecht und kann mir durch den Einblick eine Zukunft im Finanzamt sehr gut vorstellen. Das Finanzamt hat so viele Facetten! Es ist ein krisenfester Arbeitsplatz, man hat ein gesichertes Einkommen und durch die flexible Arbeitszeit ist es sehr familienfreundlich. Der Alltag fühlte sich spannend und lebhaft an.

Mit dem Abschluss an der Fachoberschule sowie dem Jahrespraktikum hat man die Qualifikation für beide Laufbahnen (Ausbildung und duales Studium). Ich kann es allen nur empfehlen zumal jede*r hier wirklich einen intensiven Eindruck erlangen kann.

Bewirb dich online unter: www.mit-sicherheit-karriere.de oder schriftlich direkt an dein Wunschfinanzamt.

 


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